• Gefördert durch:Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Verbundkoordinator:Johannesstift Diakonie Pflege & Wohnen
  • Partner des Konsortiums:Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • EGBZ Johannesstift Diakonie
  • Pflege & Wohnen am EGBZ
  • escos automation GmbH, Berlin
  • NursIT Institute GmbH, Berlin
  • Alice Salomon Hochschule Berlin
  • Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH, Berlin

Programm

Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam auf der 2. Clusterkonferenz verschiedene Blicke in die Zukunft werfen zu können. Zum Auftakt fragt Zukunftsforscher Prof. Dr. Eckard Minx, ehem. Leiter des Forschungsbereiches Gesellschaft und Technik der Daimler AG: „Vom Wege abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. - Was müssen Unternehmen für ihre Zukunftsorientierung tun?“. Im Anschluss stellt Prof. Dr. Christel Bienstein die Pflegenden in den Mittelpunkt ihres Vortrages.

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Die 2. Clusterkonferenz Zukunft der Pflege wird von ausgesuchten Ausstellern aus den Bereichen Health, IT, Gesundheit begleitet. Nutzen Sie die Pausen und die Postersession mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen.

Wir freuen uns für Sie ein aktuelles Programm zu den aktuellen Fragen aus Pflege und Digitalisierung zusammenstellen zu können. Änderungen sind bis zum Kongress jederzeit möglich.

Das Cluster Zukunft der Pflege

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2018 den Cluster Zukunft der Pflege gestartet. Ziel ist, neue Pflegetechnologien an mehreren Orten in Deutschland erlebbar zu machen. Dazu werden das Pflegeinnovationszentrum (PIZ) und die vier Pflegepraxiszentren (PPZ) im Cluster „Zukunft der Pflege“ zusammengeführt. In den PPZ werden verschiedene innovative Pflegetechnologien im Pflegealltag eingesetzt und auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft und ausgewertet.

Erfahren Sie mehr über die Pflegepraxiszentren und das Pflegeinnovationszentrum:

Konferenz "Zukunft der Pflege" geht in den zweiten Tag

Experten aus Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren über Pflege und Digitalisierung

  • Die zweitägige Clusterkonferenz "Zukunft der Pflege" hat gestern begonnen.
  • Mit dabei sind 330 Gäste und 15 Aussteller aus den Bereichen Robotik, Service, SmartHome- und Sensortechnik aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich.
  • In zahlreichen Vorträgen werden neueste Forschungsprojekte, Services und Produkte vorgestellt, die den Pflegealltag erleichtern und pflegebedürftigen Menschen mehr Teilhabe ermöglichen.
  • Ausgerichtet wird die Konferenz von Johannesstift Diakonie Pflege & Wohnen und gestaltet vom Pflegepraxiszentrum (PPZ) Berlin. Sie findet auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts statt.

Die Pflege erlebt seit einigen Jahren einen starken Wandel. Immer weniger Pflegekräfte stehen einer höheren Zahl älterer und erkrankter Menschen gegenüber. Der technologische Fortschritt birgt hier ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten und wird den Pflegealltag fundamental verändern.

Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Die 2. Clusterkonferenz "Zukunft der Pflege" stellt digitale Lösungen in der Pflege vor. "Durch die Digitalisierung ist es möglich, dass der Mensch auch weiterhin im Mittelpunkt der Pflege steht", sagte eingangs Andreas Arentzen, Vorstand Personal der Johannesstift Diakonie. Die Veranstaltung bietet die Chance, mit Akteuren und Experten mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zu diskutieren und neue Perspektiven zu entwickeln.

Zukunftsforscher Prof. Dr. Eckard Minx gab in seiner Keynote zu bedenken: "Niemand kennt die Zukunft wirklich." Der Wandel vollziehe sich inzwischen enorm schnell: Beispielsweise dauerte es beim Telefon noch 75 Jahre, bis 100 Millionen Nutzer erreicht wurden, beim Mobiltelefon 16 Jahre und bei Social-Media-Apps nur noch zwei Jahre. "Darauf müssen wir vorbereitet sein", betonte Minx.
Damit wir handlungsfähig bleiben und uns die Digitalisierung zunutze machen können, müssen Lernprozesse neu organisiert werden. Konkret heißt das, dass lernende Unternehmen unternehmensübergreifend handeln müssen, um in der Zukunft bestehen zu können.

Plattform zum Austausch zwischen Forschung, Technik und Praxis

Die Pflegepraxiszentren sind die erste bundesweite und geförderte Plattform, auf der Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen – immer unter der Prämisse, Technik sinnvoll zum Menschen zu bringen. "Nur durch einen offenen Dialog mit Pflegekräften und Angehörigen kann es zu einem Austausch kommen und Technologien können Teil des Pflegealltags werden" betont Sibylle Quenett, Leiterin des Referats Mensch-Technik-Interaktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Auftakt. Pflegewissenschaftlerin Prof. Christel Bienstein sieht in der Digitalisierung die Chance für Pflegende, an der Gestaltung des Gesundheitssystems mitzuwirken: "Es braucht Kolleginnen und Kollegen, die offen sind gegenüber der Digitalisierung sind und die Bereitschaft zur Transparenz zeigen. Denn zu viel Angst verhindert die Hinwendung zur Digitalisierung." Auch fordert sie den selbstverständlichen Zugang zu wissenschaftlichen Studien und Daten.

Wie die Zukunft zur Pflege kommt

Im Rahmen des Clusters "Zukunft der Pflege" werden soziale und technische Innovationen in der Pflege zusammengebracht: Forschung, Wirtschaft und Pflegepraxis arbeiten gemeinsam mit Anwendern an neuen Produkten, die den Pflegealltag in Deutschland erleichtern und verbessern sollen. Dazu nahm das Pflegeinnovationszentrum (PIZ) erstmals 2017 seine Arbeit auf. Seit Anfang 2018 gibt es die vier Pflegepraxiszentren (PPZ) in Freiburg, Nürnberg, Berlin und Hannover, in denen neue Pflegetechnologien im Alltag erprobt werden. Die Zentren prüfen deren Praxistauglichkeit in klinischen, stationären und ambulanten Pflegebereichen. Auch vermitteln sie ihr Know-how in pflegerischer Aus- und Weiterbildung. Aufgabe des PPZ Berlin ist, innovative Technik in den Pflegeprozess – vom Krankenhaus bis hin zur häuslichen Pflege – zu integrieren. Über-, Unter- und Fehlversorgung sollen verringert werden, vor allem im Übergang zwischen den einzelnen Versorgungsformen. Durch einen steten Austausch mit den Pflegenden wird sichergestellt, dass die Technik die Pflege unterstützt – und nicht dominiert.

 

Abstractband zum Download

Die Abstracts der Vorträge haben wir in einem Band für Sie zum Download bereit gestellt.

 

Intelligente Sensorik gewinnt Innovationswettbewerb

Das Assistenzsystem synoSense Care gewinnt den Innovationswettbewerb auf der 2. Clusterkonferenz Zukunft der Pflege am 17. September in Berlin. Dem voraus ging eine Auswahl durch den Expertenrat des Pflegepraxiszentrums (PPZ) Berlin und ein live-Publikumsvoting auf der Konferenz.

synoSense Care ist ein ganzheitliches Assistenzsystem, das Gefahrensituationen im Raum wie den Sturz eines Menschen erkennen kann, und dabei die Privatsphäre des Einzelnen nicht aus dem Blick verliert. Dafür werden Lösungen aus dem Bereich des maschinellen Lernens verwendet - intelligente Programme also, die aus Daten lernen und das Gelernte zu eigenen Regeln verarbeiten. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet beispielsweise die Spracherkennung von Google und Co. Die hochauflösende Sensorik von synoSense Care nimmt die Bilder des Menschen im Raum auf, wandelt diese sofort, an Ort und Stelle, in anonymisierte Metadaten um und übermittelt diese an das Hausnotrufsystem. Bildaufzeichnungen verlassen somit nicht das System und können nicht anderweitig genutzt werden.

Der Expertenbeirat des PPZ Berlin, bestehend aus ehrenamtlichen Experten aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Forschung und Kassen, wählte aus 17 Einreichungen sechs Unternehmen aus, die ihre Lösungen auf der Bühne vor den Gästen der Clusterkonferenz präsentieren durften. Aus der Präsentation wählte das Publikum per Onlinevoting synoSense Care der Firma Syno-IQ als Sieger aus. Der Preis, die Teilnahme am Pflegetag 2020 in Berlin, wurde überreicht von Mario Czaja, einem der Geschäftsführer der Brückenköpfe, die innovative Unternehmen und Ideen im Bereich Health-IT fördern.

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging Felix Plum von Syno-IQ, der den Preis auch entgegen nahm, auf seine Motivation und die seiner Kollegen ein: "Einige Mitglieder unseres Teams haben Angehörige, die sich bei Stürzen starke Verletzungen zugezogen haben und die von einem Assistenzsystemen profitiert hätten." Ein Austausch der Mitarbeiter mit Pflegeeinrichtungen und Technikherstellern über gängige Assistenzsysteme ergab, dass viele dieser Systeme durch niedrigauflösende Sensorik oft Fehlalarme auslösen. Auch der Datenschutz wurde vielfach als Problem gesehen.

Hinter Syno-IQ steht ein sechsköpfiges Team, bestehend aus Entwicklern der Bereiche Informatik und Technische Kybernetik sowie Geschäftsführern aus den Bereichen Automotive und SAP-Softwareentwicklung. Der Fokus des noch jungen Unternehmens liegt auf eingebetteten Lösungen zur Bildverarbeitung in öffentlichen Räumen. Die Herausforderungen, die sich hier stellen, sind die besonderen Anforderungen an den Datenschutz. "Wir setzten dabei auf eine Vor-Ort-Verarbeitung der Daten. Möglich und praktikabel ist das aufgrund der Rechenkapazität tatsächlich erst seit zirka zwei Jahren", sagt Felix Plum.

Datenschutz mitgedacht

Auf lange Sicht gesehen, hat das Team noch Einiges vor. Ein Ziel ist, Vorzeigeprojekt zu sein, wenn es um den ethisch korrekten Einsatz von Künstlicher Intelligenz geht. "Je mächtiger die Technologie, wie Situationsanalyse oder Personenerkennung, desto größer ist das Missbrauchspotential, zugleich aber auch der mögliche gesellschaftliche Nutzen", sagt Plum. "Wir wollen dem durch verschiedene Maßnahmen begegnen, etwa durch die lokale Verarbeitung der Bilder und der freiwilligen Prüfung durch externe Gutachter." Auch die Transparenz gegenüber dem Endanwender gehört dazu, beispielsweise durch Infomaterial zur detaillierten Funktionsweise des Systems. Tests in Musterwohnungen sind fürs 2020 angesetzt und der Austausch mit Pflegebedürftigen und Betreibern von Pflegeeinrichtungen, bevor die ersten Geräte marktfähig sind.

Weitere Bilder vom 2. Tag der Clusterkonferenz

Kontakt

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E-Mail: maria.eckart@evangelisches-johannesstift.de